O-Antiphonen

Die O-Antiphonen sind die Magníficat-Antiphonen in den letzten sieben Tagen des Advents (17.–23. Dez.). Mit ihrem bewundernden «O» weisen sie hin auf die grossen messianischen Verheissungen der Bibel. Auch Lieder (Nr. 304) und Gebetstexte (327) nehmen sich dieser Thematik an.

Psalmlied

Das Psalmlied ist ein geistliches Lied, in dem der Inhalt eines Psalms in Strophenform umgedichtet wird (z. B. Nr. 384). Im Gegensatz zum Liedpsalm (z. B. Nr. 440) folgen die Übertragungen dem Psalmtext nicht streng. Die Qellenangaben machen dies deutlich mit dem Hinweis «nach Psalm» oder «zu Psalm».

Kyrie-Litanei, Kyrie-Tropus

Die Kyrie-Litanei (Kl)besteht ursprünglich aus vielfach wiederholten Huldigungsrufen an Christus. Dem Ruf «Kyrie eleison, Christe eleison» wurde im Mittelalter im Kyrie-Tropus ein erklärender Text unterlegt um das Wort Kyrie bez. Christe zu deuten und die Melismen (lange Tonfolgen über einer Silbe) zu beseitigen. Häufig wurden Tropen nach ihrem Inzipit (Anfang) zitiert, z.B. «Kyrie, Lux origo». Zunehmend wurden auch andere Messgesänge tropiert.

Leisen

Leisen sind meist älteste deutschsprachige Kirchenlieder, die mit dem Ruf «Kyrieleis» enden. Manche sind aus Sequenzen entstanden, so z. B. «Christ ist erstanden» (Nr. 436) aus der Sequenz «Victimae pascháli laudes» (Nr. 433), und wurden diesen als Liedstrophe eingefügt. Beginnt eine Messfeier mit einer Leise (Nr. 62, 207, 308, 331, 352, 388, 436, 474, 482, 706), entfällt der Kyrie-Ruf.

Canticum

Das Canticum (Ca) ist ein lobpreisender Gesang aus dem Alten oder Neuen Testament, der nicht aus dem Buch der Psalmen stammt, diesen aber im Aufbau gleicht. Cantica haben ihren Platz vorwiegend im Stundengebet. Wichtige neutestamentliche Cantica werden oft nach den Anfangsworten benannt: Magníficat (Lobgesang Mariens, Lk 1,46-55), Benedíctus (Lobgesang des Zacharias, Lk 1,68-79), Nunc dimíttis (Lobgesang des Simeon, Lk 2,29-32). Im gesungenen Stundengebet beginnen alle Verse mit dem Initium.

Hymnus

Der Hymnus ist ein Lobgesang, der seit dem 4.Jahrhundert vorwiegend als Strophenlied mit metrisch und rhythmisch gestaltetem Text auf eine gleich bleibende Melodie gesungen wird. Im Inhaltsverzeichnis wird er mit dem etwas ausgeweiteten Begriff Ld (Lied) gekennzeichnet.

Gebete und Texte

Unter der Überschrift «Gebete und Texte» bringt das KG in allen Kapiteln Texte für unterschiedlichste Situationen oder Anlässe. Es sind dies mehrheitlich Gebete, teilweise aber auch Denkanstösse, die ein Thema vertiefen. Viele eignen sich für gottesdienstliche Anlässe, andere regen an zum persönlichen Gebet. Sie helfen im Alltag in frohen und schweren Lebenslagen vor Gott eine Sprache zu finden.

Wechselgebete

Die Wechselgebete werden im Wechsel zwischen Sprecher oder Sprecherin (V) und der ganzen Gemeinde (A) gebetet. Strukturell sind sie alle ähnlich konzipiert: Dem V ist der reflektierende, meditierende oder bekennende Anteil zugedacht, während A lobpreisend, bittend oder dankend antwortet.

Die fünfzig Wechselgebete erstrecken sich über alle Zeiten des Kirchenjahres und Themen des Gesangbuches. Als gesprochene Wechselgebete lassen sich mitunter auch die Psalmen, Cantica und Hymnen verwenden.

Sakramentliche Feiern

Die sakramentlichen Feiern umranken das Leben des Christen von der Geburt bis zum Sterben. In den verschiedenen Lebenssituationen und Lebensphasen sind sie wiederkehrende Heilszusagen Gottes, die uns zu einer tieferen Verankerung unseres Daseins in seinem Geheimnis führen. In den Segnungen kann jeder Christ diese Zusage auch weitergeben. Es werden im Buch alle im Gemeindeleben wesentlichen sakramentlichen Feiern und deren Texte und Gesänge vorgelegt. Viele hier abgedruckte Anweisungen und Texte sakramentlicher Riten sind als Vorschläge zu verstehen, für die in der jeweiligen Situation eigene Formulierungen gebraucht werden können. Feiern wie die Segnungen im Familienkreis oder in Gruppen regen an, Gottes Nähe auch im Alltag wahrzunehmen und mit seiner Gegenwart zu rechnen.

Einführungen

Die Einführungen im Kleindruck verfolgen das Ziel, einzelne Feiern, Festkreise und Vorkommnisse in Gemeinde und Familie als Ereignisse in unsrer Lebensgemeinschaft mitGott zu verstehen und das Gefeierte tiefer zu begreifen. Mehrheitlich handelt es sich um liturgische Einführungen, die den Gehalt einer Feier erschliessen und Gottesdienstgestaltern und Gestalterinnen Hilfestellung für einen sachgemässen Vollzug geben. Die den Feiern vorangestellten Aufbau-Modelle lassen mit einem Blick deren Struktur erfassen und erleichtern damit die Vorbereitung und den Mitvollzug. Gelegentlich mag es hilfreich sein, im Vollzug der Feier eine kurze Erklärung vorauszuschicken oder erläuternde Kommentare diskret einzuflechten.