KG 709 Gott liebt diese Welt

Beispiel einer Liedkatechese (Ablaufskizze)

Es werden im Folgenden nur die Denkschritte für den Ablauf einer Liedkatechese skizziert. Sie setzt voraus, dass die erwähnten Bedingungen gegeben sind. Als Beispiel dient ein bekanntes Lied, das die Spannung zwischen Glauben (Joh 3.16) und emotionaler Gestimmtheit besonders gut zum Ausdruck bringt. Schon der Einstieg zeigt, dass die Vorbereitung in einer Gruppe ergiebig wäre.

Gott liebt diese Welt

 

Erfahrung

Liebt Gott diese Welt? Die  Teilnehmenden mit der Frage konfrontieren. Die Alltagserfahrung sprechen dagegen Aussagen sammeln und mit der eigenen Erfahrung vergleichen.

 

Musik

Lied instrumental, eventuell Oberstimme verstärken.

 

Reflexion

Gottes Liebe fällt nicht meteorhaft vom Himmel, sie wird durch Menschen vermittelt durch die Erfahrung von Angenommensein und Güte. Sie kommt meist nicht von oben, sondern von unten:  « Wohin er uns stellt, sollen wir es zeigen…»

 

Gesang 1

Lied instrumental vortragen. Dann 1.Strophe von V gesungen, dann von A.

 

Bussakt

Stilles Nachdenken, wie weit wir diesen Auftrag wirklich ernst nehmen. Hier kann ein Schuldbekenntnis eingefügt werden.

 

Vertiefung

An Jesus lässt sich ablesen, wem Gottes Liebe besonders gilt: Nicht in erster Linie den Frommen und Gesetzestreuen, sondern den Geringen, den Armen, Benachteiligten, Diskriminierten und Gescheiterten. Die Str.2.- 4. vorlesen.

 

Befund

Gott hat sich in Jesus vorbehaltlos auf die Seite der Armen und Schwachen gestellt. Solches Handeln Gottes ist eine Herausforderung.

 

Gesang 2

Gesang 2:  Lied nochmals instrumental, dann 4. und 5.Strophen singen

 

Handeln

Gott liebt diese Welt durch Menschen, die handeln wie Jesus. In der Person Jesu stellt sich Gott mitten unter die Armen und Schwachen. Dieses Faktum durchzieht das Neue Testament wie ein roter Faden. 

 

Lesung

Lesung:  1 Joh 3,14-19a

 

Gesang 3

Singen der 6.Strophe

 

Fürbitten

Fürbitten, Vaterunser

 

Gesang 4

7. und 8.Strophe: Diese beiden Schlussstrophen sind eine Erinnerung an unsere Sendung. Man könnte sie als Sendungsauftrag auch gesprochen vortragen und danach das ganze Lied nochmals singen.

Walter Wiesli

Lied tiefer gesetzt

Es gibt verschiedene Gründe, weshalb die Orgelbücher sehr oft noch mit einem Sonderband für tiefer gesetzte Liedbegleitungen ergänzt werden. Wenn immer mehrstimmige Singsätze verwendet werden, stellt sich die Frage nach dem leistbaren Tonumfang für die Randstimmen Sopran und Bass. Sie wurde aktuell bei der Angleichung von KG-Liedern an das RG-Repertoire, was den Gebrauch von Intonationen und Versetten für beide Bücher möglich macht. Daneben gibt es Tonarten, die in der reichlich vorhandenen Orgelliteratur zu Liedern geradezu traditionsgemäss vorgegeben sind.

Die Auswahl für transponierte Liedsätze bildete im KG aber in erster Linie die Praxis. Das Beharren einer Melodie auf einer hohem Tonlage (C und darüber) macht vor allem älteren Menschen Mühe (KG 336). Transpositionen nach unten verlangen meist auch Lieder mit einem grossen Tonumfang, so beispielsweise «Wacht auf» KG 210, wobei dann allerdings auch eine Einbusse an Glanz und Spannkraft in Kauf zu nehmen ist. Ein ähnlicher Fall dieses Typs ist die berühmte und beliebte «Valet-Melodie», die im KG gleich vier Mal verwendet wird (KG 37, 99, 760, 782). Sie alle beginnen und enden mit dem Be in der kleinen Oktave, was klanglich problematisch ist.

Eine tiefere Intonation von Liedern erweist sich jedoch oft nur als vorübergehende Massnahme, die sich mit vermehrter Sicherheit im Singen erübrigt. Gelegentlich singt sich ein Lied, das in der Morgenfrühe im obern Tonbereich nur mühsam zu bewältigen ist, später oder am Abend ohne besondere Anstrengung.

Mit etwas Übung eröffnet für Organisten und Organistinnen das Umdenken der Vorzeichen weitere Möglichkeiten: Statt A-dur liest man die gleichen Noten mit vier Be als As-dur oder Es-dur mit vier Kreuzen als E-dur, was dem transponierten «In dulci jubilo» bereits ein viel heiteres und helleres Gepräge verleiht. Im Übrigen sollte die ehrenwerte Kunst des Transponierens auf der Orgel auch ohne Notenvorlage wieder neu zu Ehren kommen.

Zum Problemen vgl. auch den Artikel Orgelbuch III

Walter Wiesli