Die Antiphon ist ein Rahmenvers (Kehrvers oder Leitvers), den die beiden Chorhälften beim wechselchörigen Psalmengesang vor, nach oder innerhalb des Psalms singen. Ob der Text aus dem Psalm selber oder anderswoher stammt, die Antiphon soll dem Psalm eine dem Anlass entsprechende Deutung geben. In der Offiziumspsalmodie ist ihr musikalischer Aufwand bescheiden, aufwändiger dafür in der Messantiphonie. Letztere reduziert den Psalm im Intoitus auf einen einzigen Vers, im Offertorium und in der Communio entfällt er ganz. Diese Praxis führte auch dazu, psalmlose Gesänge als «Antiphonen» zu bezeichnen, so z.B. die Marianischen Antiphonen.
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Sprache
Die Sprache der Lieder wurde sorgfältig geprüft, insbesondere auch im Blick auf den Sprachwandel und das unterschiedliche Empfinden gegenüber altertümlichen Formulierungen. Die ursprüngliche Stimme der Autorinnen und Autoren wird so weit wie möglich respektiert und ihre ausgeprägte und meist bibelnahe Bildsprache nicht angetastet. Zeitgenössische Autorinnen und Autoren wurden gebeten, eine Sprache zu wählen, die sich für eine Vielfalt von Gottesbildern offen hält und niemanden ausschliesst. Damit Kinder ihren Platz in der normalen Gottesdienstgemeinde leichter finden, wurden einige Dialektlieder aufgenommen. Es empfiehlt sich, diese Texte in die ortsgebundene Sprache zu übertragen.
Taizé
Münchener Kantorale
Das «Münchener Kantorale» ist ein vierbändiges Werkbuch zur Gottesdienstgestaltung. Ein besonderes Gewicht haben die Antwortpsalmen für alle Sonntage der drei Lesejahre. Das Cantionale übernimmt sie als Singweise II für deren Commune-Psalmen. Stilistisch wachsen sie aus der traditionellen Psalmodie heraus, sind aber melodisch aufwändiger und mehrtenoral. Herausgeber: Amt für Kirchenmusik München, promultis Verlagsbuchhandlung Planegg 1991–1993.
Zacharia
Zacharia, Cesare de
Komponist in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts: Falsobordone-Sätze, Introiten und Motetten. Weitere Informationen waren nicht verfügbar.
Melodie CN 0120.3, 0121.3, 0122.3, 0123.3, 0124.3, 0125.3, 0126.3, 0127.3, 0128.3, 0129.3, 0130.3, 0131.3, 0132.3
Falsobordone
Episem
Messordinarium
Messproprium
Neumen
Diese ersten Tonzeichen des Mittelalters (Ende 9. Jh. Beginn 10. Jh.) nennt man Neumen. Das griechische Wort «νεῦμα» heisst Zeichen, Wink. Möglicherweise stammen diese Zeichen von den Handzeichen des Dirigenten (Dirigierzeichen). Die ersten Neumenschriften verwenden keine Linien. Sie werden zur genaueren Fixierung der Tonhöhen von Guido von Arezzo (955–1050) eingeführt, wobei deren Zahl noch ziemlich frei ist. Die Fixierung der Tonhöhen ging auf Kosten der rhythmischen Genauigkeit, denn das Zusammenhängen oder Trennen (Neumentrennung) von Schriftzügen hatte eine gewichtige rhythmische Funktion. Wichtige Handschriftenfamilien sind: St. Galler-Neumen (im deutschen Sprachgebiet), Metzer-Neumen (am Hof Karls des Grossen), Aquitanische Neumen (Punktneumen), Beneventer-Schrift (Mittelitalien), Französische Schrift (Nordfrankreich, Belgien).