Graduale Simplex

Im Auftrag des Vaticanums II erschien 1967 eine Sammlung einfacher gregorianischer Messgesänge: Authentische, vorwiegend syllabische Melodien aus dem Stundengebet mit andern Texten. Die zweite Auflage 1975 berücksichtigt den neuen Ordo Cantus Missae und integriert nun auch das Kyriale Simplex. (310)

Ordinarium-Proprium

Das Ordinarium (die gleich bleibenden Gesangsteile der Messe) fand sich vor dem Vaticanum II in der leicht aufzuschlagenden Buchmitte, das Proprium (die Eigengesänge der jeweiligen Feier) war verstreut im ganzen Buch, so z.B. an Festen, Sonntagen, Votivmessen, Totenmessen usw. Alle Gesänge des Ordinariums waren ursprünglich Gesänge der Gemeinde, was sich an den ältesten gregorianischen Gesängen aufzeigen lässt. Die Proprien waren vorzugsweise komplizierte und kunstvolle Gesänge für Spezialisten (Schola Cantorum). Wegen der im Mittelalter zunehmenden Unkenntnis des Lateins wurde das Ordinarium zusehends mehr dem Chor überlassen, was zu einer aufwendigeren Kompositionsweise und damit auch zu einem musikalischen Übergewicht des Ordinariums führte. Denn durchkomponierte Ordinarien – auch einfach «Messen» genannt – konnten häufig gebraucht werden, was für die ständig wechselnden Proprien nicht der Falle war und so auch wenig Anreiz bot, vollständige Proprien als geschlossene mehrstimmige Kompositionen vorzulegen. Mit zunehmender Kunstfertigkeit der Ordinariumskomposition zeigte sich eine gravierende Schwäche: Die Gemeindezugehörigkeit der Gesänge wird missachtet, das Volk verstummt. Im «Idealfall» verfolgte besonders in der Renaissance eine motivisch identische Satzweise durch alle Gesänge hindurch, was im Blick auf deren Funktion zweifellos problematisch ist. Das Bemühen um einen wesensgemässen Vollzug der  liturgischen Elemente führte  in der Liturgiereform zumindest theoretisch zum Abschied vom Ordinarium-Proprium-Denken. Die beiden Begriffe werden im Missale 1975 (AEM 17) ersetzt durch:

a)  «selbständige Elemente»: Gloria, Antwortgesang, Halleluja und der Vers vor dem Evangelium, Sanctus, Akklamation zum Einsetzungsbericht und Gesang nach der Kommunion.

b)  «Elemente, die eine Handlung begleiten»: Gesang zur Eröffnung, zur Gabenbereitung, zur Brotbrechung und zur Kommunion. Die ’selbständigen Elemente’ sind Gesänge, die liturgische Vollzüge in sich selber darstellen, – während dem also nichts anderes geschieht, als der singende Vollzug dieses Elements, so z.B. die Prozessionsgesänge (Introitus, Offertorium, Communio oder die Brechung des Brotes vor der Kommunion. Diese, eine Handlung begleitenden Elemente sind offener bezüglich der musikalischen Form und Gattung (Psalm, antiphonarisch, responsorial, Lied, Chorgesang), während die ’selbständigen Elemente’ in ihrer Funktion klar vorgegeben sind. Diese neue Sichtweise hat dazu geführt, dass im KG (wie auch in jüngeren Gesangbüchern) auf die Zusammenstellung von Ordinariums- und Propriums-Liedreihen verzichtet wurde. 

Einheitsübersetzung

Die Einheitsübersetzung der Bibel (EÜ) begann 1962, seit 1967 arbeitete die Evang.Kirche Deutschlands an manchen Teilen mit. Stückweise erschienen die einzelnen Teile: 1972 in den „Loccumer Richtlinien“ die biblischen Namen, 1974 das AT und NT, 1975 die Psalmen ökumenisch, die Endfassung NT 1979, die Endfassung AT 1980. Die Evangelische Deutschlands übernahmen nur das NT und die Psalmen. Rechte: Katholische Bibelanstalt, Stuttgart 1980. Derzeit ist bereits wieder eine Revision der EÜ im Gang.

Hymnen

Mit dem Begriff Hymnus (griech.=Logesang) bezeichnet man zu nächst jene frühchristlichen Christuslieder, die in ihrer Art den Psalmen nachgebildet sind (z.B. Phil 2,6-11). Daneben gab es auch zunehmend mehr nicht biblische Lobgesänge wie das «Te Deum» und das «Gloria». Der strophische Hymnustyp entstand im 4.Jh. im syrischen Raum. Typisch für ihn ist die gleich gebaute und auf die gleiche Melodie gesungene Strophe. Die Metrik basierte zunächst auf Längen und Kürzen (quantitativ), später mehrheitlich am dem Wortakzent (qualitativ). Die von Ambrosius geschaffene Form besteht aus  Strophen von je vier jambischen Dimetern: «Gott, heilger Schöpfer aller Stern» KG 309 (.-.-.-.-). Im KG folgen 30 Lieder dieser Strophenform, können also theoretische ihre Melodien austauschen. Der Hymnus fand seinen Platz vor allem in der Tagzeitenliturgie und wuchs im Verlauf der Zeit in die Zehntausende.   

Hymnus

Mit dem Begriff Hymnus (griech.=Logesang) bezeichnet man zu nächst jene frühchristlichen Christuslieder, die in ihrer Art den Psalmen nachgebildet sind (z.B. Phil 2,6-11). Daneben gab es auch zunehmend mehr nicht biblische Lobgesänge wie das «Te Deum» und das «Gloria». Der strophische Hymnustyp entstand im 4.Jh. im syrischen Raum. Typisch für ihn ist die gleich gebaute und auf die gleiche Melodie gesungene Strophe. Die Metrik basierte zunächst auf Längen und Kürzen (quantitativ), später mehrheitlich am dem Wortakzent (qualitativ). Die von Ambrosius geschaffene Form besteht aus  Strophen von je vier jambischen Dimetern: «Gott, heilger Schöpfer aller Stern» KG 309 (.-.-.-.-). Im KG folgen 30 Lieder dieser Strophenform, können also theoretische ihre Melodien austauschen. Der Hymnus fand seinen Platz vor allem in der Tagzeitenliturgie und wuchs im Verlauf der Zeit in die Zehntausende.    

AES

Allgemeine Einführung in das Stundengebet, in: Die Feier des Stundengebetes für die katholischen Bistümer des deutschen Sprachgebietes, Ausgabe u.a. 1978, S 25*-106* 

Zwyssig

Zwyssig, Pater Alberich (getauft Johann Josef Maria)
* 1808 in Bauen/UR, † 1854 in Mehrerau/Vorarlberg (Österreich). Sängerknabe im Zisterzienserorden, Novize, Mönch, Priester, Lehrer, Sekretär des Abtes, Kapellmeister, Komponist.
Melodie und Satz: 563

Zink

Zink, Jörg
* 1922 in Elm (Hessen), lebt in Stuttgart-Möhringen. Ev. Theologe, Pfarrer, Leiter des Burckhardt-Hauses (Gelnhausen), Landespfarrer für Fernsehen (Stuttgart), Autor/Mitautor von Schriften zur Glaubens- und Lebenshilfe, Bibelübersetzer, Dichter.
Text: 17.1, 28.2, 246.3, 651.1, 714.8, 723.2

Zils

Zils, Diethard
* 1935 in Bottrop, lebt in Brüssel. Dominikanerpater, Priester, Jugendseelsorger, Referent für Liturgie, Redaktor, Herausgeber von Werkbüchern, Mitarbeiter am ? EGB, Übersetzer, Dichter geistlicher Lieder.
Text: 43, 183, 510, 561, 757

Zihlmann

Zihlmann, Hans
* 1936 in Marbach (LU), Komponist, tätig in Lehrerausbildung und Kirchenmusik, Dozent an der Musikhochschule Luzern.
Melodie: 88.2, 625, 635, 636, 650, 796