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Das Ordinarium (die gleich bleibenden Gesangsteile der Messe) fand sich vor dem Vaticanum II in der leicht aufzuschlagenden Buchmitte, das Proprium (die Eigengesänge der jeweiligen Feier) war verstreut im ganzen Buch, so z.B. an Festen, Sonntagen, Votivmessen, Totenmessen usw. Alle Gesänge des Ordinariums waren ursprünglich Gesänge der Gemeinde, was sich an den ältesten gregorianischen Gesängen aufzeigen lässt. Die Proprien waren vorzugsweise komplizierte und kunstvolle Gesänge für Spezialisten (Schola Cantorum). Wegen der im Mittelalter zunehmenden Unkenntnis des Lateins wurde das Ordinarium zusehends mehr dem Chor überlassen, was zu einer aufwendigeren Kompositionsweise und damit auch zu einem musikalischen Übergewicht des Ordinariums führte. Denn durchkomponierte Ordinarien – auch einfach «Messen» genannt – konnten häufig gebraucht werden, was für die ständig wechselnden Proprien nicht der Falle war und so auch wenig Anreiz bot, vollständige Proprien als geschlossene mehrstimmige Kompositionen vorzulegen. Mit zunehmender Kunstfertigkeit der Ordinariumskomposition zeigte sich eine gravierende Schwäche: Die Gemeindezugehörigkeit der Gesänge wird missachtet, das Volk verstummt. Im «Idealfall» verfolgte besonders in der Renaissance eine motivisch identische Satzweise durch alle Gesänge hindurch, was im Blick auf deren Funktion zweifellos problematisch ist. Das Bemühen um einen wesensgemässen Vollzug der liturgischen Elemente führte in der Liturgiereform zumindest theoretisch zum Abschied vom Ordinarium-Proprium-Denken. Die beiden Begriffe werden im Missale 1975 (AEM 17) ersetzt durch: |
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a) «selbständige Elemente»: Gloria, Antwortgesang, Halleluja und der Vers vor dem Evangelium, Sanctus, Akklamation zum Einsetzungsbericht und Gesang nach der Kommunion. |
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b) «Elemente, die eine Handlung begleiten»: Gesang zur Eröffnung, zur Gabenbereitung, zur Brotbrechung und zur Kommunion. Die ’selbständigen Elemente’ sind Gesänge, die liturgische Vollzüge in sich selber darstellen, – während dem also nichts anderes geschieht, als der singende Vollzug dieses Elements, so z.B. die Prozessionsgesänge (Introitus, Offertorium, Communio oder die Brechung des Brotes vor der Kommunion. Diese, eine Handlung begleitenden Elemente sind offener bezüglich der musikalischen Form und Gattung (Psalm, antiphonarisch, responsorial, Lied, Chorgesang), während die ’selbständigen Elemente’ in ihrer Funktion klar vorgegeben sind. Diese neue Sichtweise hat dazu geführt, dass im KG (wie auch in jüngeren Gesangbüchern) auf die Zusammenstellung von Ordinariums- und Propriums-Liedreihen verzichtet wurde. |