Der Modus, Tonus oder die Kirchentonart bildet das tonale Ordnungsprinzip vom frühen Mittelalter bis ins 16. Jh. Dieses theoretische System entstand erst nach der Blüte der Gregorianik (8. Jh.). Griechisch-byzantinische Einflüsse sind unverkennbar (protus, deuterus tritus, tetradus), ebenso die paarweise Einteilung authentisch (ursprünglich, z. B. dorisch auf d) und plagal (abgeleitet, eine Quart tiefer, z. B. hypodorisch auf a). Typisch und damit leicht erkennbar sind für beide der Tonumfang und die Kadenzbildung, darin die Lage des Halbtonschritts.