Katholisches Gesangbuch

Liturgie als Kommunikation   

Die Liturgie ist auf der Ebene der Zeichen und des Ausdrucks ein Kommunikationsvorgang mit dialogischem Charakter. Das gilt sowohl für die Kommunikation zwischen Gott und der Gemeinde als auch zwischen den Gliedern der Gemeinde. Dieser Dialog ist ein personales Mitteilungsgeschehen, in dem sich die Partner sprachlich öffnen, sich einander erschliessen und aneinander Anteil gewähren. Dies bedeutet einerseits, dass Gottes Wort rein und unverkürzt verkündet und ausgelegt wird, andererseits, dass die versammelte Gemeinde ihre Glaubensantwort in einer Form zur Sprache bringen kann, die ihrer Situation und ihren Ausdrucksmöglichkeiten angemessen ist (SC 114). Sowohl die Situation als auch die Ausdrucksmöglichkeiten werden einerseits durch die jeweilige Kultur einer Gemeinde bestimmt (jung-alt, ländlich-städtisch, völkisch usw.), andererseits aber auch durch die Strukturen, die dem christlichen Gottesdienst insgesamt und in seinen verschiedenen Formen eigen sind. Im Blick auf die Musik heisst dies, dass Stile und Musikgattungen zu verwenden sind, die dem Ausdruckscode der Gottesdienstgemeinde gemäss sind. Das Vaticanum II hat sich diesbezüglich selber Kriterien auferlegt (vgl. SC 112 und 116).

Walter Wiesli




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