Katholisches Gesangbuch

Gottesdienst nach dem Vaticanum II   

400 Jahre nach dem Trienter Konzil hat das II.Vatikanische Konzil (1962–1965) in seinen zentralen Aussagen eine fundamentale Wendung vollzogen. Kennzeichnend dafür ist eine neue Sicht der Kirche als «Kirche auf dem Weg», als Weggemeinschaft der Glaubenden. Die Gemeinschaftsstruktur ist wesentlich von der Mündigkeit und Eigenverantwortlichkeit des Christen und einem geschwisterlichen Miteinander geprägt. Entsprechend wird das kirchliche Amt nicht mehr mit dem lateinischen Ausdruck «potestas» (Herrschaft), sondern als «ministerium» (Dienst) beschrieben. Die Veränderung des Kirchenbildes bedingt ein verändertes Gottesdienstverständnis: Subjekt und Trägerin liturgischen Handelns ist die Gemeinde, «weil alle Glaubenden am Priestertum Christi teilnehmen» (Clemens Richter). Deshalb ist die «participatio actuosa» aller Teilnehmer das Formalkriterium für den wesensgemässen Vollzug der Liturgie überhaupt. Innerhalb eines Gottesdienstes gibt es ferner unterschiedliche Dienste und Aufgaben, die alle zum Gelingen der Feier gleichermassen beitragen (1 Kor 14,26).




WarenkorbWarenkorb