Katholisches Gesangbuch

Gottesdienst im Alten Testament   

Der Gottesdienst im AT beruht vor allem auf der Glaubenserfahrung, wonach die Geschichte des Volkes Israels getragen und liebend begleitet wird durch göttliches Handeln. Nach der Befreiung Israels aus Ägypten verpflichtet sich Jahwe selbst, dem von ihm geliebten und daher auserwählten Volk Israel die Treue zu halten (vgl. Ex 19,4–6). Dieses Bundesangebot ist verbunden mit einer Rahmenordnung, der «Bundescharta», deren wesentlicher Teil die Zehn Gebote bilden (Ex 20,1–17) und durch die sich Israel zu einem Handeln im Geiste Jahwes verpflichtet. Das im Bundesschluss einzigartige Miteinander von Gott und Mensch findet sich als durchgängiges Motiv in der gesamten Bibel, vor allem in jenen Geschichten, die von der Berufung oder Erwählung eines Menschen berichten, wie etwa: die Berufung Abrahams (Gen 12,1–5), die Berufung des Propheten Jesaja (Jes 6,1–13). Gottesdienst ist nach alttestamentlichem Verständnis daher nicht primär eine Tat des Menschen, sondern im wörtlichen Sinn tatsächlich «Gottes Dienst»: Gottes Handeln am und für den Menschen. Nach dem Verständnis der alttestamentlichen Schriften besteht der «rechte» Gottesdienst darin, dass der Mensch auf Gott hört und seinen Weisungen gehorcht. Dem ist der kultische Opferbetrieb eindeutig nachgeordnet.




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