Katholisches Gesangbuch

Kommuniongang   

Gesang zur Kommunion

H.Schütz, Aller Augen warten auf dich CN 0108H.Schütz, Aller Augen warten auf dich CN 0108
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Die Messeinführung gibt es einen wertvollen Hinweis für die spirituelle Dimension des Mahlgangs, speziell für den Gesang zur Kommunion: «Sein Sinn besteht darin, die geistliche Gemeinschaft der Kommunizierenden in gemeinsamem Singen zum Ausdruck zu bringen, die Herzensfreude zu zeigen und die brüderliche Verbundenheit beim Hinzutreten zum Kommunionempfang zu vertiefen.» (AEM 56i). Damit knüpft das Messbuch an die Grundmotive des Hochgebetes an: Preisung Gottes und Bitte um geistgeschenkte Einheit mit Christus und untereinander in Christus. Diese Grundmotive sollte der Kommuniongang und der ihn begleitende Gesang zur Geltung bringen. Er tut es nur sporadisch oder überhaupt nicht mehr. Damit zeigt sich einmal mehr, dass die Funktion eines Gesangs einleuchtend und wesensgemäss zu beschreiben ist. er aber auf dem Hintergrund einer gewandelten Spiritualität trotzdem nicht ,funktioniert‘. Warum? Unserer individualistischen Kommunionfrömmigkeit entspricht diese gemeinschaftsstiftenden Ausdrucksform offenbar nicht mehr.

Gemäss AEM kann der Gesang zur Kommunion unmittelbar nach der Einladung zur Kommunion beginnen. Es eignen sich zum Psalm responsoriale Gemeindeverse , welche die Gemeinde auswendig singen kann. Der Chor fände an dieser Stelle die dankbare Aufgabe der Chorpsalmodie, wie sie im Cantionale (Falsibordone-Sätze CN 0120 – 0132) angeboten wird. Daneben existiert ein reiches Chorrepertoire eucharistischer Motetten und Hymnen verschiedenster Epochen. In der üblichen sonntäglichen Praxis hat sich meditatives Orgelspiel zum Kommuniongang bewährt. Die Gemeinden schätzen jedoch auch die nachfolgende Kommunionstille.

                                                                                                                                 Walter Wiesli




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