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Weihnachtsasyl
Er hat bei uns Asyl gesucht,
er blieb uns nicht erspart.
Kein Platz, kein Bett ward ihm beschert.
Kein Recht, kein Brot ward ihm gewährt.
In rauer Zeit uns ausgesetzt,
blieb er ein Mensch und doch so fremd.
Er kommt uns nah, er kommt von weit,
er gibt sich preis und nimmt das Leid.
«O Heiland, reiß die Himmel auf,
herab, herab vom Himmel lauf.
Reiß ab vom Himmel Tor und Tür,
reiß ab, wo Schloss und Riegel für.»
KG 328.3 aus H. G. Beutler, Krippe und Kreuz,
© Patmos Verlag, Düsseldorf
Wachen
Jemand muss zu Hause sein, Herr, wenn du
kommst. Jemand muss nach dir Ausschau halten, Tag und Nacht.
Wir sind immer nicht zu Hause, Herr, uns
selbst fremd, einander fremd, irren wir in der Fremde umher.
Jemand muss wachen, unten an der Brücke,
um deine Ankunft zu melden, Herr. Du kommst ja doch in der
Nacht wie ein Dieb.
In der Nacht kommst du, in der Dunkelheit;
wo man nichts sieht, sagst du, im Dunkel des Glaubens also,
wo die Hoffnung, wo die Liebe zum Leuchten kommen. Über die
Brücke der Sehnsucht kommst du zu uns. Das steht fest.
Wachen ist unser Dienst, wachen. Auch für
die Welt. Sie ist so leichtsinnig, läuft draußen her um
und nachts ist sie auch nicht zu Hause. Denkt sie daran,
dass du kommst? Dass du ihr Herr bist und dass du sicher
kommst?
Jemand muss ihr melden, dass du kommst.
Wenn wir ihr aber selber verfallen, der Welt, Herr, und dein
Kommen vergessen? Was dann?
Jemand muss auf dich warten, zu Hause sein
um Mitternacht, um dir das Tor zu öffnen und dich
einzulassen, wo du ja kommst, immer heimlich kommst.
Lass uns bei dir zu Hause sein, Herr. Und
bist du nicht selber das Tor, du, unser Gott? Dein Kommen
hole uns heim, hole die ganze Schöpfung heim an dein Herz.
Komm, Herr Jesu, komm.
Silja Walter, *1919,
Benediktinerin im Kloster Fahr, Unterengstringen ZH,
Dichterin und Schriftstellerin
Weitere Impulse zum Thema "Wachen":
-
"Wachet auf",
ruft uns die Stimme KG 210 (Lied)
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Der Herr bricht ein um
Mitternacht KG 213 (Lied)
-
Jetzt KG 328.1 (Text)
-
Wecke uns auf KG 604.4
(Text)
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